Wolfgang Huste Polit- Blog

Zur Kulturfrage hier mal ein Abschnitt aus meinem „Anti-Sarrazin“ Eine deutsche Kultur? Von Sascha Stanicic

Freitag, 16. Oktober 2015 von Huste

Tatsächlich gibt es in dem Sinne, wie diese Aussagen gemeint sind,  weder eine deutsche Gesellschaft, noch eine deutsche Kultur.
Soziologisch bezeichnet der Begriff Gesellschaft eine Gruppe von Menschen, die zusammen leben. Tatsächlich leben aber in einem Staat unterschiedliche Gruppen von Menschen in unterschiedlicher Art und Weise zusammen. Migrantische “Parallelgesellschaften” einer deutschen Gesellschaft gegenüber zu stellen, hat nichts mit der Realität zu tun. Das Leben findet für den großen Teil der Menschen vor allem auf der Arbeit und in ihrer Wohngegend statt. Hier leben MigrantInnen und Deutsche zusammen. Sie eint ihre Existenz als Lohnabhängige und als MieterInnen und Nachbarn. Sie fahren in denselben Bussen und U-Bahnen, kaufen bei ALDI ein und haben sehr ähnliche Sorgen und Wünsche. Genauso gibt es große Schnittmengen in ihrer Kultur, wenn man diese als Lebensweise betrachtet. Das gilt nicht nur in einem Land, sondern sogar über Ländergrenzen hinweg. Die Unterschiede in der Lebensweise und dementsprechend auch die Bildung von “Parallelgesellschaften” finden vielmehr zwischen den sozialen Klassen statt.

Argumente gegen Gewaltphantasien von „wildgewordenen KleinbürgerInnen“. Von Wolfgang Huste

Donnerstag, 15. Oktober 2015 von Huste

Ab und an liest man von „wildgewordenen KleinbürgerInnen“, dass sie sich einen Bürgerkrieg auch in Deutschland ersehnen, und zwar gegen das „Establishment“, gegen die „herrschende Elite“ (wen immer man damit konkret meint). Denen sage ich: Ich mag keine zerstörten Städte, keine zerstörten Häuser, keine Leichenberge in den Straßen! All das will ich eher mit Gleichgesinnten „prophylaktisch“ verhindern! Gegen wen sollten wir da „konkret“ (!) mit Waffengewalt kämpfen, im Sinne eines Bürgerkrieges? Welche BürgerInnen stehen sich da jeweils gegenüber, mit welchen diametral unterschiedlichen Interessen und Zielen, in einem Staat, in dem seit über hundert Jahren Antikommunismus und Antisozialismus Staatsdoktrinen sind, in einem Staat, wo die meisten Menschen „Metzgermedien“, also pro kapitalistische, antikommunistische Medien konsumieren und sogar ohne Not, ganz freiwillig, „Metzgerparteien“ wählen, die deren Ideologie sogar vehement als die ihrige ausgeben, das privilegierte Leben der „Metzger“, der „herrschenden Elite“, zumindest klammheimlich bewundern oder gar selbst anstreben? In einem Staat, in dem die meisten Menschen ideolgisch „gleichgeschaltet“ wurden und werden? In diesem Staat durchlaufen die Menschen eine Sozialisation, die ganz auf die Bejahung des Kapitalismus als Gesellschaftsordnung hinausläuft und die eine Einübung in die Klassengesellschaft von der Wiege bis zur Bahre propagiert! Eine Tatsache, die wir nicht übersehen und negieren sollten. Ganz abgesehen davon ist es völlig entpolitisierend und auch desorientierend, eher eine pubertäre, auch naive Forderung, wenn man sinngemäß sagt: „Man muss diese oder jene Person(en), diese oder jene Gruppierung/Organisation ausschalten- dann bekommen wir eine andere, bessere, humanere, antikapitalistische, antifaschistische, antirassistische, pro sozialistische, pro feministische, antimilitaristische und pro ökologische Gesellschaftsformation!“. Denn: Menschen sind leicht und schnell austauschbar. Aber was viel schwieriger ist, viel mehr Kraft kostet, ebenso mehr Zeit und Wissen – und auch einen gut fundierten „Überbau“ im ideologischen Sinne zwingend erfordert, wenn man den Anspruch hat, eine „nachhaltige“ Demokratisierung der Demokratie durchzusetzen: Das ist die Veränderung oder gar Zerstörung der Struktur des Kapitalismus „als solche“, also die Vernichtung des real existierenden Kapitalismus (als Gesellschaftsordnung) an der Macht! Das kann nur gelingen, wenn wir massenhaft (!) die Köpfe und (!) gleichzeitig die Herzen der Menschen erreichen, wenn die Majorität einen sozialistische Demokratie bewusst (!) gut begründet (auch theoretisch gut begründet) und gezielt (!) anstrebt. Zur Zeit sieht es aber eher anders aus, leider! In ganz Europa orientieren sich die Menschen politmasochistisch eher nach rechts, hin zu autoritären, antidemokratischen Strukturen und Regierungsformen, zu rigiden, repressiven Strukturen. Spanien, Portugal und Griechenland sind eher die Ausnahme als die Regel. Bei diesen drei Ländern habe ich die Hoffnung, dass sie es anders und besser machen als die übrigen europäischen, marktradikalen Staaten. Ganz ohne Blutvergießen, ohne einen Bürgerkrieg!

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