Wolfgang Huste Polit- Blog

Kleine Anmerkungen zum Lebensstandard in der DDR. Von Wolfgang Huste

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Auch das sollte man zur Kenntnis nehmen, wenn man den Lebenstandard in der DDR kritisiert: Hätte man den Marshall-Plan nicht in der BRD, sondern in der damaligen „sowjetischen Besatzungszone“, der DDR, zum Einsatz gebracht, wären die ökonomischen Verhältnisse umgekehrt gewesen. Damals gab es noch die Systemkonkurrenz zwischen der kapitalistischen BRD und dem (gescheiterten) Sozialismusversuch(!) der DDR. Der Marshall-Plan sollte ein „Bollwerk“ gegen die Systemkonkurrenz schaffen. Seitdem die DDR nicht mehr existiert, kann der Kapitalismus in der BRD die Sau herauslassen, soll heißen: Sozialabbau auf allen Ebenen! In der DDR gab es keine Wohnungs- und Obdachlosen, keine Armutsrenten, keine Armutslöhne, keine Massenerwerbslosigkeit, auch keine Massenentlassungen, keine Finanz- oder Wohnungsspekulanten, keine Bankster, keine privaten Konzerne, keine Hartz-Gesetze. Vom Boden der DDR ging niemals ein Krieg aus. Jeder hatte eine bezahlbare Wohnung. Faschisten, Rassisten und Reaktionäre wurden nicht in Fernseh-Talkshows eingeladen, erhielten keine Plattform in Zeitungen oder anderen Medien, oder gar in Schulen. Ihre menschenfeindliche Weltanschauung wurde – mit Recht – geächtet. Es gab keine Stromsperren, eine kostenfreie Gesundheitsversorgung für alle, genügend Kita-Plätze, ein sehr gutes Bildungssystem, keine Studiengebühren, die Grundnahrungsmittel waren sehr preiswert usw.. Die Frauen in der DDR waren schneller gleichberechtigt gegenüber den Männern als die Frauen in der BRD. Der größte Teil der Amerikaner, und nicht nur die, würden sehr gerne den damaligen Lebensstandard der DDR haben wollen. Es gab in der DDR keine Reisefreiheit, bis auf Reisen in „befreundete Bruderländer“. Aber seien wir mal ehrlich: Wer von uns kann sich eine Reise in ein Land leisten, das außerhalb von Europa liegt? Nur die Besserverdiener! Nun stellt sich die Frage: Warum hat sich der Sozialismus noch nicht bei uns durchgesetzt? Weil die offizielle Staatsdoktrin in allen pro kapitalistischen Ländern der Antisozialismus/Antikommunismus ist- und das schon seit über 100 Jahren. Antifaschismus und Antirassismus sind dagegen keine Staatsdoktrinen. Faschisten werden ehr halbherzig, Kommunisten/Sozialisten dagegen mit aller Macht staatlicherseits bekämpft. Der Satz: „Auf dem rechten Auge ist der Staat blind!“ galt nicht nur für die Weimarer Zeit, er gilt auch heute noch. Von der Wiege bis zur Bahre werden wir auf allen Ebenen, in nahezu allen Medien, in den Schulen und auch in den Universitäten, mit einem Antikommunismus „geimpft“. Das hinterlässt in den Köpfen tiefe Spuren, führt dazu, dass die meisten Menschen recht unkritisch eine pro kapitalistische, also marktradikale oder gar rechtsradikale Partei wählen, deren Programmatik mit den „kleinen Leuten“ so viel am Hut hat wie ein Känguru mit einer Dampfwalze.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 21. November 2018 um 12:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Blog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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