Wolfgang Huste Polit- Blog

Brennelemente verschwunden. In NRW werden 2 285 radioaktive Kugeln vermißt. Merkel will breiten Energiekonsens

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Atompanne in Nordrhein-Westfalen: Die Landesregierung vermißt 2285 Brennelementkugeln aus dem Forschungszentrum Jülich bei Aachen. Das geht aus Antworten auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, wie der Spiegel am Wochenende vorab berichtete. Bund und Land schoben sich im Streit um den Verbleib des Atommülls gegenseitig die Verantwortung zu.

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) geht laut dem Magazin davon aus, daß Brennelementkugeln »allem Anschein nach« im niedersächsischen Forschungsbergwerk Asse gelandet seien. Genau lasse sich das heute nicht mehr herausfinden, weil die in der Asse »eingelagerten Mengen nicht bekannt sind«. In der Asse durften allerdings nur schwach- und mittelradioaktive Abfälle der Republik gelagert werden– keine Brennelemente. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verwies auf seine Zuständigkeit für die Asse seit 2009. »Aus den Unterlagen des alten Asse-Betreibers Helmholtzzentrum München geht nicht hervor, daß die jetzt vermißten knapp 2300 radioaktiven Kugeln aus dem stillgelegten Versuchsreaktor Jülich in dem Bergwerk Asse lagern.« Es sei »nicht nachvollziehbar, daß der Betreiber der Jülicher Anlage und die Landesaufsicht nicht Auskunft geben können, wo die abgebrannten Kernbrennstoffe verblieben sind«.

Bei Politikern sorgte der Fall für Empörung. »Ein erschreckendes Beispiel, wie lax mit radioaktiven Stoffen hier umgegangen wurde«, kritisierte Hans Christian Markert, Atomexperte der NRW-Grünen. Der Landtagsabgeordnete hat ausgerechnet, daß in den verschwundenen Kugeln etwa 2,2 Kilogramm Uran 235 und 23 Kilogramm Thorium 232 stecken. Allein das sei Stoff genug für mehrere sogenannte schmutzige Bomben. Falls ein Teil der Brennelemente benutzt worden ist, käme noch hochgefährliches Plutonium dazu.

Unterdessen strebt die Bundesregierung offenbar einen möglichst breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens für ihre künftige Energiepolitik an. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) plant laut Bild am Sonntag sowohl ein Treffen mit Kirchen, Umweltgruppen und Gewerkschaften als auch Gespräche mit allen Bundestags-Fraktionen. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) plädierte im Spiegel für einen »nationalen Energiekonsens«. Ausdrücklich warb er für einen »gemeinsamen Kurs auch mit SPD und Grünen«. (dapd/AFPjW)

Quelle: www.jungewelt.de vom 04.04.11

Dieser Beitrag wurde am Montag, 04. April 2011 um 13:20 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Blog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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