Wolfgang Huste Polit- Blog

Der Hochmoselübergang und die doppelten Kosten

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Ürzig/Zeltingen-Rachtig, 10.10.2011

Die rheinland-pfälzische Landesregierung rühmt sich, ihren Beitrag zum Hochmoselübergang (Abschnitt II) auf 20 Millionen € begrenzt zu haben. Dies war die im Dezember 2008 getroffene Vereinbarung zwischen Bund und Land. Nach damaliger Rechnung sollte der Bund somit 250 Millionen € zahlen, der Bundesbürger also die Hauptlast an diesem ungeliebten und unnötigen Projekt tragen. Sind die Einheimischen in ihrer Meinung gespalten, weil sich viele immer noch wirtschaftlichen Fortschritt erhoffen, so sind die aus allen Teilen Deutschlands kommenden Gäste fast einhellig gegen den Bau.

Berücksichtigt man die mittlerweile offiziell zugestandene Kostensteigerung von 30 Millionen €, so sind von den Bürgern Deutschlands nach heutiger Rechnung 280 Millionen € zu übernehmen. Die Bürger in Rheinland-Pfalz zahlen sowohl den Landes- als auch den Bundesanteil. So zahlen die Koblenzer Bürger zusammen 850.000 Euro für das überdimensionierte Straßenbauprojekt, die Mainzer zahlen 1,7 Millionen €. Die Bonner geben 1,1 Millionen und die Dresdner und Leipziger jeweils 1,8 Millionen. Bremen, Düsseldorf und Stuttgart sind mit ca. 2 Millionen € dabei, die Kölner mit 3,5 Millionen und die Münchener mit 4,7 Millionen €. Aus der Stadt Hamburg kommen 6,3 Millionen und aus Berlin sage und schreibe 13.6 Millionen € für ein Bauprojekt, das die Berliner mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehrheitlich nicht wollen.

Jeder, der die Kostenentwicklung bei Bauprojekten kennt, weiß, dass es noch Nachschlag geben wird. Es gibt sogar Schätzungen, die eine Verdreifachung der Kosten in Aussicht stellen. Es bleibt abzuwarten, ob der Bundesbürger weiterhin so großzügig ‚Ja und Amen‘ sagt.

Deutschland verliert jedoch nicht nur eine Menge Geld, es verliert auch eine seiner großartigsten Kulturlandschaften und muss zudem um den Ruf der dort wachsenden Weine bangen, die nicht ohne Grund Weltruf genießen. Alleine 25.000 Menschen beteiligten sich an der Petition gegen den Hochmoselübergang, viele zeigten sich mit den Betroffenen solidarisch, richteten Briefe an die Landesregierung und die Bundesregierung – und sollen dennoch ihr Steuergeld für ein Bauprojekt hergeben, dessen Begründungen sich längst verflüchtigt und dessen Zeit eigentlich längst abgelaufen ist.

Dieses Szenario (hier bei Wittlich) droht auch dem Moselsporn zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach.

Quelle: Internetseite der Bürgerinitiative Pro-Mosel
Materialien zum Hochmoselübergang

Dieser Beitrag wurde am Montag, 10. Oktober 2011 um 16:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Blog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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