Wolfgang Huste Polit- Blog

Wie gut, dass die Schweizer keine Rinder sind! Von Wolfgang Huste

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Die Volksabstimmung in der Schweiz um die Begrenzung von Managergehältern ist bekanntlich gescheitert. Gescheitert zugunsten der Manager. Das Ergebnis verursachte bei mir, nach ein paar Gläschen Rotwein, folgendes Brecht'sche Kopfkino: Ich träumte von zahlreichen Rindviechern, die von ihresgleichen aufgefordert wurden, über die Gehälter der Metzger abzustimmen. Als die Metzger davon erfuhren, wurden sie sehr unruhig. Die Metzger drohten, die Schlachthäuser zu verlassen, das Schlachten sein zu lassen, sogar das Land zu verlassen, wenn man gegen ihre Interessen abstimmt. In den zahlreichen Metzgerzeitungen, in den Radio- und Fernsehsendungen der Metzgerinnung, wurde eindringlich vor dieser Volksabstimmung gewarnt. Die Rinder gingen in sich - insbesondere die schwarzbunten - und diskutierten das Für und Wider der Metzgerargumente auf zahlreichen Versammlungen. Die Mehrheit der Rinder, von denen noch keines jemals einen Schlachthof von innen gesehen hatte, folgten den Metzgerargumenten. Sie befürchteten das Aufkommen einer großen, nur schwer zu überblickenden Unordnung im Lande, wenn man die Metzgergehälter kürzen würde. Nur die roten Rinder hatten da eine andere Meinung- aber sie wurden von den schwarz bunten Rindern als "weltfremd" und als gefährliche Feinde der großen Ordnung verhöhnt. Die meisten Rinder stimmten schließlich zugunsten der Metzger ab. Ein Sprecher der Rinder sagte kurz nach dem Abstimmungsergebnis zu einem Reporter der führenden Metzgerzeitung des Landes: "Es liegt in unserem Interesse, dass die Metzger auch weiterhin gut verdienen und dadurch auch weiterhin gute Schlachtverhältnisse in unserem Land vorfinden. Nur so sind wir gegenüber anderen Ländern konkurrenzfähig. Deshalb soll alles auch weiterhin so bleiben wie es ist. Wie sie sehen, sind wir keineswegs die heimatlosen und unverantwortlich handelnden Rindviecher, wie es die Metzger von uns behaupten". Darauf hin verließen einige verzweifelte Kälber ihre Heimat- um in Länder zu ziehen, wo die Schlachthäuser, so hörten sie von ihren Leittieren, moderner, demokratischer und auch sozialer eingerichtet sind.
Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 26. November 2013 um 19:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Blog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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