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Opfer sind selbst schuld. Israel bombardiert Schulen und Krankenhäuser – und macht die Palästinenser für die getöteten Zivilisten verantwortlich. Von Karin Leukefeld

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Dieses Mädchen wurde am Donnerstag bei dem israelischen Ang
Dieses Mädchen wurde am Donnerstag bei dem israelischen Angriff auf die Schule der Vereinten Nationen verletzt
Foto: Finbarr O'Reilly / Reuters
Israel hat am Freitag den 18. Tag in Folge seine Offensive gegen den Gazastreifen fortgesetzt. Auch der Raketenbeschuß israelischen Territoriums von palästinensischem Gebiet aus ging weiter. Die Zahl der getöteten Palästinenser stieg auf 825, unter den Opfern sind mindestens 150 Kinder. 5240 Menschen wurden verletzt. Die israelische Armee meldete am Freitag den Tod eines weiteren Soldaten. Die Zahl der getöteten Israelis stieg damit seit Beginn der Offensive auf 36. Drei von ihnen waren Zivilisten – ebenso wie 80 Prozent der palästinensischen Opfer. Ein zweieinhalbjähriger Junge starb am späten Donnerstag abend, als eine israelische Granate das Mohammad-Al-Durra-Krankenhaus in Gaza-Stadt traf. Ibrahim Al-Sheikh Omar, der wegen schwerer Verletzungen auf der Intensivstation des Krankenhauses gelegen hatte, wurde von Granatsplittern getroffen und war sofort tot. 30 Personen wurden bei dem Angriff verletzt. Am Donnerstag nachmittag waren 15 Menschen getötet worden, als die israelische Armee eine Schule der Vereinten Nationen angriff, in der 800 Personen Schutz gesucht hatten. Man müsse den Vorfall »untersuchen«, erwiderte General Micky Edelstein, der die israelische Bodenoffensive in Gaza befehligt, auf Kritik daran. Die palästinensischen Kampfverbände »benutzen zivile Infrastruktur und internationale Symbole als menschliche Schutzschilde«, so Edelstein. Mit diesem Argument haben Sprecher der israelischen Armee schon wiederholt gezielte Angriffe auf Schulen, Moscheen, Wohn- und Krankenhäuser gerechtfertigt. Diese Orte seien Waffenlager der Hamas. Somit sei die Organisation für den Tod der palästinensischen Zivilbevölkerung verantwortlich, heißt es in Israel. Der UN-Menschenrechtsrat hat bereits am Mittwoch in einer Dringlichkeitssitzung die Bildung einer Untersuchungskommission beschlossen, um mögliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die israelischen Streitkräfte während der aktuellen Gaza-Offensive zu untersuchen. 29 der 47 Mitglieder des Gremiums stimmten für die Entschließung, die der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu anschließend als »Travestie« verhöhnte. Die USA stimmten gegen die Entscheidung, Deutschland und andere EU-Staaten enthielten sich. US-Außenminister John Kerry sagte derweil seine Unterstützung für einen von Ägypten vorgelegten Waffenstillstandsvorschlag zu. Um Verhandlungen in Gang zu bringen, sollten eine Woche lang die Waffen ruhen. Ausgenommen davon seien jedoch Angriffe der israelischen Armee auf Tunnelanlagen und Raketenabschußrampen. Es ist unwahrscheinlich, daß die Hamas sich darauf einlassen wird. Sie fordert ein Ende der Blockade des Gazastreifens. Auch das israelische Sicherheitskabinett, das am Freitag über den Vorschlag beriet, lenkte nicht ein. Der israelische Rundfunk berichtete vielmehr, die Armee sei angewiesen worden, sich kommende Woche auf eine »echte Ausweitung« der Offensive vorzubereiten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat am Donnerstag das von ihr verhängte Flugverbot nach Israel aufgehoben. Dagegen verlängerte die Lufthansa am Freitag ihren Stopp aller Verbindungen nach Israel um weitere 24 Stunden. Am Freitag waren erneut drei Raketen auf den Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv abgeschossen worden. Die Verantwortung dafür übernahmen die Al-Qassam-Brigaden der Hamas. Schaden richteten die Geschosse nicht an, sie wurden vom israelischen Raketenabwehrschirm abgefangen.
Quelle: www.jungewelt.de
Dieser Beitrag wurde am Samstag, 26. Juli 2014 um 13:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Blog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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