Wolfgang Huste Polit- Blog

Kriegsinteressen aufdecken. Die SDAJ Göttingen protestierte am Dienstag gegen einen Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in der Stadt:

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Am 23. September kommt der Bundespräsident Joachim Gauck nach Göttingen. Er nimmt am Deutschen Historikertag teil und wird eine Rede in einem geschichtsträchtigen Jahr halten. Denn dieses Jahr jährte sich zum 100. Mal der Beginn des Ersten Weltkrieges und zum 75 Mal der Beginn des Zweiten Weltkrieges. Beide Male ging der große Krieg von deutschem Boden aus: Gegen Ost und West! Über 80000000 Menschen wurden in den von deutschen Imperialisten verursachten Weltkriege umgebracht. (…) Während bis auf ganz »hartgesottene« Geschichtsrevisionisten der bürgerliche Mainstream die Verantwortung Deutschlands für den Beginn des Zweiten Weltkrieges nicht bestreiten kann, wurde dieses Jahr auf ideologischer Ebene versucht, eine Neubewertung der Verantwortung des Kaiserreichs am Ausbruch des Ersten Weltkrieges herbeizuführen. Besonders das Buch »Die Schlafwandler« eines australischen Historikers wurde hierzulande mit großem Beifall aufgenommen. Die Hauptthese steckt dabei bereits im Titel: Am Ausbruch des Ersten Weltkrieges sollen angeblich keine der teilnehmenden staatlichen Mächte eine besondere Verantwortung tragen, sie alle seien wie die Schlafwandler in den Krieg hinein getaumelt. Diese Sichtweise zieht einen Schlußstrich unter eine Phase, in der selbst bürgerliche Historiker bei der Klärung der Frage nach der Verantwortung für den Ersten Weltkrieg die Kriegsziele des Kaiserreichs in den Mittelpunkt ihrer Untersuchungen stellten. Diese Ziele zeigen eindeutig, welche Interessen hinter der deutschen Kriegsbeteiligung standen: Die Unterwerfung des gesamten europäischen Wirtschaftsraumes unter deutsche Oberherrschaft, die Expansion nach Osten und die Eroberung englischer und französischer Kolonien. All diese Ziele finden sich, sorgfältig aufgeschlüsselt nach ihrer Bedeutung für einzelne Branchen und Firmen, in unzähligen Denkschriften und Angaben der großen deutschen Monopolkonzerne. Diese Monopolkonzerne wollten diesen Krieg, haben auf ihn gedrängt und vor allem haben sie von dem Krieg profitiert. (…) So mancher Politiker mahnt: Es muß zur Normalität werden, daß Deutschland Kriege führt, wie es das seit dem Jugoslawienkrieg wieder tut. Immer noch laste das historische Erbe schwer auf Deutschland. Es sei in der Bevölkerung (und teilweise auch im Ausland) schwer zu vermitteln, daß deutsche Soldaten in Auslandseinsätze geschickt werden. Daher wird bei jedem neuen Kriegseinsatz die Propagandamaschinerie der BRD in Bewegung gesetzt, um klarzustellen, daß die Bundeswehr natürlich nur für »Demokratie und Menschenrechte« ins Feld zieht. Es häufen sich aber auch wieder Stimmen, die ganz offen die wirtschaftlichen Interessen der Bundesrepublik propagieren und daß die Bundeswehr diese Interessen auch im Ausland verteidigen müsse. (…) Das deutsche Eingreifen, von Jugoslawien, über Afghanistan bis zur regierungsoffiziellen Unterstützung des Putschistenregimes und seiner faschistischen Hilfstruppen in der Ukraine zeigt, welchen Kurs der deutsche Imperialismus wieder eingeschlagen hat. Bundespräsident Gauck hält die Stunde für gekommen, die angebliche deutsche »Zurückhaltung« abzulegen und nötigenfalls »auch zu den Waffen zu greifen«. (…)
Quelle: www.jungewelt.de vom24.09.14
Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 24. September 2014 um 11:36 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Blog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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