Wolfgang Huste Polit- Blog

»Sie reden vom Frieden. Sie führen Krieg.« Abschlußerklärung des Protestbündnisses gegen das Afghanistan-Treffen »Petersberg II«

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Wir, Friedensbewegte und Antikriegsaktivistinnen und aktivisten aus 17 Ländern, fordern in einer »Bonner Erklärung« den Abzug aller Truppen aus Afghanistan.

Nach mehr als 30 Jahren Krieg im leidgeprüften Afghanistan ist die Voraussetzung für Frieden und einen selbstbestimmten, eigenen, unabhängigen Entwicklungsweg der sofortige, auch einseitige Waffenstillstand und der Abzug aller Interventionstruppen. Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung sind in Afghanistan nur ohne Besetzung durch fremde Truppen und deren Förderung von Warlords und autoritären Strukturen möglich. Die Afghaninnen und Afghanen müssen selbständig und ohne Einmischung über ihren Entwicklungsweg entscheiden können. Hilfe zur Selbsthilfe ist notwendig und unabdingbar – entsprechend den Anforderungen und Wünschen einer demokratisch legitimierten Regierung – basisnah und dezentral. Wie den für den Krieg verschleuderten Milliarden müssen für den Frieden entsprechende Summen der Interven­tionsländer zur Verfügung stehen – und das auf Jahrzehnte.

Die Konferenz der 90 Regierungen in Petersberg am 5.12.2011 ist eine Kriegsverlängerungskonferenz. Statt dem Frieden dient sie der Legitimierung der Fortsetzung des Krieges. Der Abzug steht nicht auf der Tagesordnung der NATO, die Truppen werden nur verringert. 25000 Kampftruppen sollen bis 2024 an wenigstens fünf Stützpunkten in Afghanistan stationiert bleiben.

Die Regierenden reden vom Frieden,

– und intensivieren den Krieg mit Drohnen und seiner regionalen Ausweitung;

– und setzen den Krieg mit den Interventionsarmeen noch mindestens drei Jahre fort;

– und rüsten afghanische Söldnertruppen gegen das eigene Volk auf;

– und meinen die Sicherung der Ausbeutung der afghanischen natürlichen Ressourcen und den Schutz der Transportwege;

– weil die kriegsmüden Bevölkerungen zu Hause beruhigt werden müssen und ökonomische Zwänge sie einengen.

Die Geschichte lehrt uns: Weltweite ökonomische und Finanzkrisen befördern Kriege. Wir lehnen Krieg grundsätzlich ab. Krieg löst keine Probleme, sondern verschärft diese. Notwendig sind Gespräche und Verhandlungen, notwendig sind friedliche Konfliktlösungen. Deswegen wenden wir uns auch strikt gegen jede militärische Aktion gegen den Iran.

Menschenrechte können nicht durch und in Kriegen erreicht werden. Krieg ist der permanente Verstoß gegen das Menschenrecht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Menschenrechte verlangen Demokratie und Entwicklung, beides ist nur im Frieden möglich – wie in Afghanistan, so auch in Libyen oder dem Iran.

Kriege werden von Menschen gemacht, Menschen können sie stoppen und zukünftige Kriege verhindern. Frieden ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Frieden.

Die Friedens- und Antikriegsbewegung hat in Bonn ein Zeichen gegen den Krieg in Afghanistan gesetzt, Frieden muß überall erstritten werden. Frieden braucht Bewegung und einen langen Atem. Seid versichert: Wir haben ihn.

Quelle: www.afghanistanprotest.de vom 05.12.11

Dieser Beitrag wurde am Montag, 05. Dezember 2011 um 12:17 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Blog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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